Al-Jazeera am 03.06.2010: Gazaflotte im Focus
Israelische Aktion gegen Solidaritätsschiffe dominiert Schlagzeilen
Gleich zehn der ersten elf Artikel auf der Seite von Al-Jazeera beschäftigen sich mit der israelischen Militäraktion gegen die Gaza-Solidaritätsflotte. In vielen Fällen geht es um die internationalen Reaktionen auf den Vorfall: „Ban Ki Moon fordert sofortige Aufhebung der Gaza-Blockade“, „Araber bringen das Thema Blockade in Sicherheitsrat ein“, „Türkische Bedingungen für Beziehungen mit Israel“, „Türkei: sicherheitspolitisches Treffen und Besuch des Emirs von Qatar“, „UN-Menschenrechtsrat verurteilt israelisches Verbrechen“ sowie „Forderungen in der Ukraine nach Beendigung der Blockade Gazas“ lauten die Schlagzeilen. Während zwei Berichte die Umstände der Freilassung und Abschiebung der inhaftierten Aktivisten der Flotte behandeln, werden je ein israelisches und ein palästinensisches Statement zu den Ereignissen wiedergegeben: „Netanjahu greift Flotte der Freiheit und Kritiker an“, beziehungsweise „Zoabi in Knesset beschimpft“ titelte das arabische Nachrichtenportal heute morgen. Der Bericht über die Position der arabischen Knessetabgeordneten und Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin Hanin Zoabi soll heute Schwerpunkt des Blogs sein:
Während der Debatte über die Flotte der Freiheit
Zoabi in Knesset beschimpft
Mehrere rechte Abgeordnete haben während der Debatte über den blutigen Angriff auf die Flotte der Freiheit versucht, das Knessetmitglied Hanin Zoabi mit Gewalt vom Rednerpult des Parlamentes zu entfernen und sie daran gehindert, mit ihrer Rede fortzufahren.
Auf Zoabi ging ein Hagel von Beschimpfungen und Geschrei ein, Abgeordnete beschuldigten sie des Landesverrats.
[…]
Zoabi, die selbst an Bord eines der Schiffe der Flotte gewesen war, hatte Israel vorgeworfen, das Blutbad an der Flotte der Freiheit schon vorbereitet gehabt zu haben, um zukünftige Kampagnen zum Aufbrechen der Blockade Gazas zu verhindern.
[…]
Zoabi betonte, es sei unmöglich, dass die Untersuchung eines solchen Verbrechens von Israel abhängig bleibe. Denn es seien 60 internationale Journalisten an Bord der Flotte gewesen, die das tatsächliche Geschehen dokumentiert hätten.
Zoabi fügte hinzu, Israel habe mittels seiner Medien die ganze Woche vor dem Angriff auf die Freiheitsflotte hindurch propagiert, dass es sich um „Terroristen“ handele […], während in Wahrheit Parlamentarier, politische Aktivisten und Verfechter des Friedens an Bord gewesen seien.
„Während Israel davon gesprochen hat, dass wir Terroristen seien, hat es sich praktisch militärisch vorbereitet, hat es die öffentliche Meinung im In- und Ausland auf die Konsequenzen vorbereitet, die wir gesehen haben“, betonte Zoabi.